Du machst was mit Facebook? Das ist doch kein Job?!

Gerade bin ich über diesen Artikel auf t3n.de gestolpert :“ Mehr als 12 Mitarbeiter helfen Mark Zuckerberg mit seinem Facebook-Profil„. Im Artikel wird dann noch ein wenig aufgedröselt, dass auf seinem Profil „private“ Fotos (natürlich von einem Fotografen in Szene gesetzt), aber auch berufliche Statements zu finden sind. Fast täglich werden so neue Post veröffentlicht und was so simpel erscheint, wird tatsächlich durch insgesamt 12 (!!) Mitarbeiter unterstützt. Er schreibt natürlich nicht jedes Statement selber!
Ich denke, dass nur wenige wissen, wie viel Arbeit tatsächlich hinter so einem aktiven Profil steckt. Ich würde sogar behaupten, dass die meisten die Arbeit mit Social-Media-Kanälen (in dem Fall Facebook) überhaupt nicht als Arbeit bezeichnen würden… Warum ich das glaube?

 

Diese neumodischen Medienberufe

 

Früher war das ja schon schwierig! Ich habe eine Ausbildung zur Mediengestalterin (Fachrichtung Non-Print) gemacht. Wenn mich also jemand gefragt hat „Und was machst du beruflich?“ habe ich geantwortet „Ich bin gelernte Mediengestalterin“.
Pause. Leerer Blick. Die Reaktion meines Gegenübers zeigte fast immer, dass man sich darunter wohl nichts vorstellen kann. Also ergänzte ich fast automatisch „Ich arbeite in Frechen, bei terramedia. Das ist eine Internetagentur!“ Bumm! Internet??? Da war die ganze Ausbildung oft nur noch halb so viel wert. Aber O.K. – schon während der Ausbildung in der Berufsschule hatte ich oft das Gefühl, dass man  als Non-Printer ein bisschen belächelt wird. Schließlich ist das ja nur Internet – da kann man ja auch einfach wieder was löschen, wenn man Mist gebaut hat! (hahaha) Gut – mit diesem Vorurteil konnte ich leben!

 

Oft ernte ich aber auch noch nach der Erklärung „Internetagentur“ fragende Blicke. Da konnten sich wirklich viele nichts drunter vorstellen! Ich ergänzte also: „Hauptsächlich gestalte ich Webseiten, setze diese auch manchmal um, gestalte Gewinnspiele, Logos oder auch mal Visitenkarten und Briefpapier. Ach ja und wir haben auch noch eigene Projekte wie z.B.  Bier.de“. (uff) Das war der Punkt, an dem mich und meinen Job sicher viele nicht mehr ernst genommen haben. Gefiltert wurden die Worte „Internet“ und „Bier“ und so manch eine Tante wird sich gefragt haben, was denn aus dem Mädel geworden ist, die doch eigentlich immer ganz gut in der Schule war. Und Abi hat sie doch auch gemacht! …

 

Ich habe geschafft, das noch zu toppen!

 

Drei Arbeits-Unterbrechungen dank Elternzeit und auch ein nach wie vor begrenztes Arbeitsvolumen, haben dazu geführt, dass ich aktuell im HomeOffice hauptsächlich im Social-Media-Bereich tätig bin. Und das schießt wirklich den Vogel ab!

 

Überspitzt könnte ich behaupten, dass ich mehr „Verständnis“ dafür bekomme, dass ich unfallfrei Windeln wechseln kann, als dafür, dass ich „was mit Social Media“ mache – geschweige denn mich beruflich mit Facebook und Co. beschäftige! 😉
(Auf manche wirkt der Name Facebook, als hätte ich erzählt, dass wieder Läuse im Umlauf sind! Es gab auch schon hitzige Familien-Diskussionen, ob man den Quatsch überhaupt braucht… Danke.)

Natürlich muss ich mich oft erklären und versuche das dann mit „Ich schreibe zum Beispiel Blogbeiträge, veröffentliche die auch auf Facebook oder ich gestalte Bilder, Gewinnspiele und ähnliches ebenso für Facebook.“ Auch wenn mein Gegenüber dann lächelt und so etwas sagt wie „Oh das hört sich toll an!“ … ich merke direkt, wie es im Hinterkopf rattert!
Facebook wird von vielen natürlich just for fun genutzt und es scheint unerklärlich zu sein, dass man damit Geld verdienen kann! Ist das denn wirkliche Arbeit, da etwas zu posten? Das macht man doch so nebenbei?!

 

Einfach nebenbei???

Tja was soll ich sagen: es ist Arbeit. Es muss geplant werden (bestenfalls mit einem Redaktionsplan), man muss Themen erarbeiten, recherchieren, Material verschieden aufbereiten. Regelmäßig posten. Man muss natürlich aufpassen, was man schreibt! Die Reaktionen der Facebook-User beobachten, Werbe-Kampagnen schalten und vieles mehr. Übernimmt man für einen Kunden die Betreuung des Social-Media-Profiles, dann hat das schon was mit Verantwortung zu tun! Schließlich repräsentiert sich das Unternehmen auch auf Facebook und ja – das hat natürlich auch was mit Werbung zu tun.

Kurz gesagt – ich sehe einen Artikel wie den zu Anfang genannten, der nur bestätigt, dass so ein Social-Media-Profil wirklich Arbeit und Zeitaufwand bedeutet.
Aber Arbeit die Spaß macht!

Mögen noch so viele irritierte Blicke kommen 😉

 

(Natürlich gibt es auch Ausnahmen der oben beschriebenen Reaktionen)

Jovita Braun Verfasst von:

Nach einem mehrmonatigen Praktikum konnten wir Jovita Braun für eine Ausbildung zur Mediengestalterin gewinnen, die sie als Jahrgangsbeste abschloss und die anschließende Übernahme zur reinen Formalie machte. Mit ihrer kommunikativen Art und Ihrer guten Laune war sie prädestiniert für den nächsten Schritt: Jovita und Kerstin bilden gemeinsam unser Social Media Kompetenzteam - welches on demand von den übrigen Team-Mitgliedern ergänzt und unterstützt wird.

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  • Gerade bin ich über diesen Artikel auf t3n.de gestolpert :“ Mehr als 12 Mitarbeiter helfen Mark Zuckerberg mit seinem Facebook-Profil„. Im Artikel wird dann noch ein wenig aufgedröselt, dass auf seinem Profil „private“ Fotos (natürlich von einem Fotografen in Szene gesetzt), aber auch berufliche Statements zu finden sind. Fast täglich werden so neue Post veröffentlicht und was so simpel erscheint, wird tatsächlich durch insgesamt 12 (!!) Mitarbeiter unterstützt. Er schreibt natürlich nicht jedes Statement selber!
    Ich denke, dass nur wenige wissen, wie viel Arbeit tatsächlich hinter so einem aktiven Profil steckt. Ich würde sogar behaupten, dass die meisten die Arbeit mit Social-Media-Kanälen (in dem Fall Facebook) überhaupt nicht als Arbeit bezeichnen würden… Warum ich das glaube?

     

    Diese neumodischen Medienberufe

     

    Früher war das ja schon schwierig! Ich habe eine Ausbildung zur Mediengestalterin (Fachrichtung Non-Print) gemacht. Wenn mich also jemand gefragt hat „Und was machst du beruflich?“ habe ich geantwortet „Ich bin gelernte Mediengestalterin“.
    Pause. Leerer Blick. Die Reaktion meines Gegenübers zeigte fast immer, dass man sich darunter wohl nichts vorstellen kann. Also ergänzte ich fast automatisch „Ich arbeite in Frechen, bei terramedia. Das ist eine Internetagentur!“ Bumm! Internet??? Da war die ganze Ausbildung oft nur noch halb so viel wert. Aber O.K. – schon während der Ausbildung in der Berufsschule hatte ich oft das Gefühl, dass man  als Non-Printer ein bisschen belächelt wird. Schließlich ist das ja nur Internet – da kann man ja auch einfach wieder was löschen, wenn man Mist gebaut hat! (hahaha) Gut – mit diesem Vorurteil konnte ich leben!

     

    Oft ernte ich aber auch noch nach der Erklärung „Internetagentur“ fragende Blicke. Da konnten sich wirklich viele nichts drunter vorstellen! Ich ergänzte also: „Hauptsächlich gestalte ich Webseiten, setze diese auch manchmal um, gestalte Gewinnspiele, Logos oder auch mal Visitenkarten und Briefpapier. Ach ja und wir haben auch noch eigene Projekte wie z.B.  Bier.de“. (uff) Das war der Punkt, an dem mich und meinen Job sicher viele nicht mehr ernst genommen haben. Gefiltert wurden die Worte „Internet“ und „Bier“ und so manch eine Tante wird sich gefragt haben, was denn aus dem Mädel geworden ist, die doch eigentlich immer ganz gut in der Schule war. Und Abi hat sie doch auch gemacht! …

     

    Ich habe geschafft, das noch zu toppen!

     

    Drei Arbeits-Unterbrechungen dank Elternzeit und auch ein nach wie vor begrenztes Arbeitsvolumen, haben dazu geführt, dass ich aktuell im HomeOffice hauptsächlich im Social-Media-Bereich tätig bin. Und das schießt wirklich den Vogel ab!

     

    Überspitzt könnte ich behaupten, dass ich mehr „Verständnis“ dafür bekomme, dass ich unfallfrei Windeln wechseln kann, als dafür, dass ich „was mit Social Media“ mache – geschweige denn mich beruflich mit Facebook und Co. beschäftige! 😉
    (Auf manche wirkt der Name Facebook, als hätte ich erzählt, dass wieder Läuse im Umlauf sind! Es gab auch schon hitzige Familien-Diskussionen, ob man den Quatsch überhaupt braucht… Danke.)

    Natürlich muss ich mich oft erklären und versuche das dann mit „Ich schreibe zum Beispiel Blogbeiträge, veröffentliche die auch auf Facebook oder ich gestalte Bilder, Gewinnspiele und ähnliches ebenso für Facebook.“ Auch wenn mein Gegenüber dann lächelt und so etwas sagt wie „Oh das hört sich toll an!“ … ich merke direkt, wie es im Hinterkopf rattert!
    Facebook wird von vielen natürlich just for fun genutzt und es scheint unerklärlich zu sein, dass man damit Geld verdienen kann! Ist das denn wirkliche Arbeit, da etwas zu posten? Das macht man doch so nebenbei?!

     

    Einfach nebenbei???

    Tja was soll ich sagen: es ist Arbeit. Es muss geplant werden (bestenfalls mit einem Redaktionsplan), man muss Themen erarbeiten, recherchieren, Material verschieden aufbereiten. Regelmäßig posten. Man muss natürlich aufpassen, was man schreibt! Die Reaktionen der Facebook-User beobachten, Werbe-Kampagnen schalten und vieles mehr. Übernimmt man für einen Kunden die Betreuung des Social-Media-Profiles, dann hat das schon was mit Verantwortung zu tun! Schließlich repräsentiert sich das Unternehmen auch auf Facebook und ja – das hat natürlich auch was mit Werbung zu tun.

    Kurz gesagt – ich sehe einen Artikel wie den zu Anfang genannten, der nur bestätigt, dass so ein Social-Media-Profil wirklich Arbeit und Zeitaufwand bedeutet.
    Aber Arbeit die Spaß macht!

    Mögen noch so viele irritierte Blicke kommen 😉

     

    (Natürlich gibt es auch Ausnahmen der oben beschriebenen Reaktionen)

    Jovita Braun Verfasst von:

    Nach einem mehrmonatigen Praktikum konnten wir Jovita Braun für eine Ausbildung zur Mediengestalterin gewinnen, die sie als Jahrgangsbeste abschloss und die anschließende Übernahme zur reinen Formalie machte. Mit ihrer kommunikativen Art und Ihrer guten Laune war sie prädestiniert für den nächsten Schritt: Jovita und Kerstin bilden gemeinsam unser Social Media Kompetenzteam - welches on demand von den übrigen Team-Mitgliedern ergänzt und unterstützt wird.

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